Die McSachverständige GmbH bietet „Erste Hilfe" zu verschiedenen Themen im Bereich des Bauwesens an. Für das neu...
4.3 Ideenbewertung und Selektion
Nach der erfolgreichen Generierung von Neuproduktideen müssen gesammelte Ideen auf ihre Erfolgsaussichten bewertet und die Besten daraus für den weiteren Innovationsprozess selektiert werden. Die Auswahl der richtigen Ideen nimmt einen noch höheren Stellenwert ein als die Ideenfindung (Trommsdorff und Steinhoff 2006, S. 321).
Auch in dieser Phase sollten die Kunden weiterhin aktiv eingebunden werden. Das Unternehmen muss entscheiden, ob alle oder nur die innovativen Kunden miteinbezogen werden sollen. Natürlich ist es in bestimmten Fällen auch sinnvoll, die gesammelten Ideen nur unternehmensintern zu diskutieren. Bei hochgradigen technologischen Entwicklungen wird man auf eine Expertenmeinung, z.B. durch Ingenieure, nicht verzichten können, da in den meisten Fällen das fachliche Know-how der Nutzer nicht ausreichend ist. Unternehmen sollten aber in jedem Fall versuchen, die Kunden, die schon Ideen geliefert haben, nach ihrer Meinung zu befragen. Viele Ideen werden intern verworfen mit der Begründung, dass die Idee nicht zum Unternehmen passt oder technisch nicht realisierbar ist. Später wird diese Idee dann von anderen Unternehmen erfolgreich umgesetzt (Reichwald und Piller 2006, S. 118). Diese Fehleinschätzungen können große finanzielle Verluste verursachen, deshalb sollte von Unternehmensseite sorgfältig entschieden werden, welche Ideen fortgesetzt werden und welche nicht.
Eine einfache Einbeziehung zur Ideenbewertung ist die Befragung von Nutzern. Diese kann je nach Aufwand auf der Unternehmenshomepage, in einer eigenen Brand Community oder einer speziell für die Befragung erstellten Webseite erfolgen. Da hier alle Nutzer angesprochen werden, kann ein guter Überblick über die Vorstellungen der Kunden vermittelt werden. Die Methode eignet sich relativ gut für Ideen, die auf Produktanpassungen abzielen. Des Weiteren ist es möglich, schon identifizierte innovative Nutzer direkt in die Ideenbewertung zu integrieren. Das kann unter anderem durch Hilfsmittel wie E-Mails, Chats oder spezielle Online-Fragebögen, die nicht für Jedermann öffentlich zugänglich sind, geschehen.
Aufwendiger ist die Methode des Information Pump, die ein Frage-und-Antwort-Spiel ist, bei dem es darum geht, möglichst ehrliche Einschätzungen der Nutzer über neue Produktideen zu bekommen. Neben der Abgabe der eigenen Meinung zu Produktkonzepten müssen die Nutzer auch das Antwortverhalten der anderen Teilnehmer bewerten (Prelec 2001).
Eine weiterer Ansatz der Ideenbewertung durch Kunden ist die Fast Polyhedral Adaptive Conjoint Estimation (FastPACE). Diese Methode basiert auf der Conjoint-Analyse, ist aber weniger zeitaufwendig, da die Abfrage nicht so komplex ist. Es werden neue Algorithmen eingesetzt, um an Informationen zu Kundenpräferenzen zu gelangen. Der Vorteil ist, dass bereits erhaltene Antworten der Teinehmer während der FastPACE ausgewertet werden, um die weiteren Fragen besser auf den jeweiligen Teilnehmer abzustimmen. Die Methode der Fast Polyhedral Adaptive Conjoint Estimation ist ebenso wie der Information Pump problemlos im Internet praktizierbar (Dahan und Hauser 2001, S. 340f.).
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