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4.6.1 Suchmaschinenmarketing
Suchmaschinenmarketing ist eines der bedeutsamsten Instrumente für die Markteinführung neuer Produkte. Es zählt zu den beliebtesten Werbeformen des Online Marketing und hatte in den vergangenen Jahren konstant hohe Zuwachsraten vorzuweisen. Auch in den Prognosen für die nächsten Jahre wird dem Suchmaschinenmarketing ein weiteres Wachstum vorausgesagt. So sollen die Ausgaben der Unternehmen von 1.190 Millionen Euro (2007) auf 1.624 Millionen Euro (2009) ansteigen (Online-Vermarkterkreis 2009, S. 7).
Suchmaschinenmarketing besitzt alle Voraussetzungen, um die Markteinführung einer Innovation erfolgreich zu unterstützen. Neben dem Vorteil der sehr genauen Ansprache an die Zielgruppe (Freiling und Kollmann 2008, S. 117), liefern auch die im Vergleich zu anderen Maßnahmen relativ niedrigen Kosten gute Argumente, Suchmaschinenmarketing einzusetzen. Auch bei der Erfolgsmessung bestehen erhebliche Vorteile gegenüber anderen Methoden (Lammenett 2006, S. 118).
Suchmaschinenmarketing lässt sich in zwei Teilbereiche unterteilen: Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die Suchmaschinenwerbung (SEM). Da SEM im Englischen für Search Engine Marketing steht, wird der Begriff Suchmaschinenmarketing des Öfteren im falschen Zusammenhang verwendet. Deshalb wird anstatt von Suchmaschinenwerbung in der Literatur synonym von Keyword Advertising gesprochen (Schultz 2008, S. 83). Sowohl SEO als auch das Keyword Advertising zielen darauf ab, eine Webseite in den Suchergebnisseiten (SERPs) einer Suchmaschine zu positionieren (von Bischopinck und Ceyp 2007, S. 77). Die Suchmaschinenoptimierung soll an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden, da sie kein ein reines Instrument des Online Marketing darstellt und eher für die langfristige Optimierung einer Webseite bestimmt ist (Schultz 2008, S. 82).
Welche Bedeutung dem Keyword Advertising zukommt, lässt sich gut anhand aktueller Zahlen der Internetnutzung ablesen. Fast alle Internetnutzer in Deutschland (97 Prozent) informieren sich vor einem Kauf über die gesuchten Produkte im Internet. Davon nutzen fast 90 Prozent Suchmaschinen als Recherchewerkzeug, um an die benötigten Informationen zu gelangen (AGOF 2009). Durch eine gestellte Suchanfrage zeigen Kunden ein klares Interesse für ein bestimmtes Produkt (Greifeneder 2006, S. 11).
Es gibt zwei Möglichkeiten der Platzierung von Suchanzeigen im Internet. Entweder erscheint die Anzeige direkt bei der gewählten Suchmaschine in dem dafür vorgesehenen Bereich der Suchergebnisseite oder die Anzeige wird auf anderern themenrelevanten Seiten eingeblendet. Die letztere Variante erhöht zwar die Reichweite der Anzeigen, aber es besteht eine größere Gefahr des Streuverlusts, da nicht sichergestellt werden kann, dass wirklich alle Seiten thematisch zur Anzeige passen. Obwohl von Werbung in Suchmaschinen gesprochen wird, so bezieht sich die Anwendung fast nur auf die Suchmaschine Google. Über 90 Prozent Marktanteil in Deutschland (Internet World 2009) und rund 80 Prozent weltweit (Net Applications 2009) sprechen eine deutliche Sprache. Aus diesem Grund wird Werbung bei Suchmaschinen auch oft mit Werbung bei Google gleichgesetzt.
Suchmaschinenwerbung benutzen Unternehmen in erster Linie zur Kundengewinnung. Zusätzlich sind aber auch Kampagnen zur Markenbildung möglich (Google 2008). Für Innovationen richtet sich der Fokus ganz klar auf die Neukundengewinnung. Zwei mögliche Ziele kommen dabei in Betracht:
- Ein direkter Kauf (Sale) des neuen Produkts in einem Online-Shop und
- Die Kaufvorbereitung durch einen Lead, beispielsweise eine Registrierung oder die Anforderung einer Produktbroschüre.


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